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Beginn des 9. Avant Art Festivals. Keiji Haino und Balázs Pándi beim Eröffnungskonzert

Heute, am 3. Oktober beginnt in Wrocław die 9. Ausgabe von Avant Art Festival, die dieses Mal Japan gewidmet ist. Es ist die größte Präsentation der Phänomene der japanischen Avantgarde in Musik und Kunst im laufenden Jahr in Polen. Bei der Festivaleröffnung wird ein ungewöhnliches Duo,  Keiji Haino und Balázs Pándi auftreten. An Folgetagen werden wir u.a.: Phew, Ikue Mori, Group A und Ueno Masaaki, Kyoka und Aoki Takamasa erleben. Auf der performativen Bühne können wir Künstler des Theaters Butoh und im Kino Nowe Horyzonty sowie am Świebodzki-Bahnhof die japanische Auflage des Avant Art Films sehen. Die Landesbühne vertreten Zamilska, Kristen, Paweł Romańczuk und 2g.  Das Festival dauert zum 8. Oktober.

Die neunte AAF-Ausgabe ist ein Teil des Programms der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016.

Keiji Haino und BalázsPándi am Anfang
Der aus den durch das Schaffen von Antonin Artaud inspirierten Theaterkreisen stammende Keiji Haino bewegt sich seit Beginn der 70er Jahre in der Sphäre der psychedelischen und improvisierten Musik, des Minimalismus, Noise und Drone. In den Jahren des Ausstrahlungsverbots seitens des japanischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders NHK 1973-2013 kooperierte er bei solchen Projekten, wie: Fushitsusha, Vajra oder Nijiumu und arbeitete auch u.a. mit Peter Brötzmann, Derek Bailey, Tatsuya Yoshida, Pan Sonic oder Jim O’Rourke zusammen. Nach den Auftritten mit Stephen O’Malley (u.a. Sunn O))) und Zeitkratzer bei AAF 2014, erscheint der japanische Experimentator nun auf der Bühne mit dem ungarischen Schlagzeuger Balázs Pándi. Letzterer  hat seit Jahren eine regelmäßige Zusammenarbeit mit Merzbow und hat auch schon u.a. mit Venetian Snares, Otto von Schirach, Justin Broadrick, Bill Laswell, Zu oder Wadada Leo Smith Platten aufgenommen. Vor uns ein Zusammenstoß von zwei unterschiedlichen Improvisationskonzepten.

Japanische Avantgarde
In weiterer Folge werden wir unter anderem die wichtigsten Vertreter der japanischen Avantgarde und des Experiments sehen. Ikue Mori ist Schlagzeugerin, Percussionistin und Graphikerin – ihre Musikkarriere begann sie Ende der 70er Jahre in dem mit New Yorker No Wave verbundenen Projekt DNA, an dem auch Arto Lindsay beteiligt war. Sie arbeitete u.a. mit solchen Experimentatoren, wie Fred Frith, John Zorn, Evan Parker, Maja S.K. Ratkje zusammen. Phew ist eine der Schlüsselgestalten der ersten Welle des japanischen Avant-New Wave. Das erste Soloalbum von 1981 hat sie mit Hilfe der Mitglieder der Krautrockformation Can: Holger Czukay und Jakie Liebezeit (der zusammen mit Hans-Joachim Irmler letztes Jahr bei Avant Art Festival dabei war) herausgebracht. Die Vokalistin ließ von sich durch ihre Kooperation mit Otomo Yoshihide (AAF 2010), Bill Laswell oder Dieter Moebius reden. Sie kehrt derzeit zu sparsamen, minimalistischen Ausdrucksformen zurück. Neben ihrem Soloauftritt werden wir die Gelegenheit haben, sie live mit dem aus Einstürzende Neubauten bekannten Alexander Hacke erleben.

Bei dem Festival fällt eine starke Vertretung junger Künstler auf, die mit der Plattenfirma Raster-Noton verbunden sind: von Techno/Glitch/IDM Ueno Masaakis über  Kyoki mit verzerrtem und subtilem Techno/Dub, bis elektroidale, futuristische Explorationen von Aoki Takamasa. Der Laborkühle elektronischer Untersuchungen werden Auftritte der Klassiker Shibuya-kei, Buffalo Daughter und der in Berlin verankerten Performance-/Musikgruppe Group A gegenübergesetzt: mit dem Projekt, das sich direkt an den Nachlass des klassischen Industrials der Art von SPK, Throbbing Gristle oder Cabaret Voltaire beruft.

Polnisches Techno, Post-Rock und Experiment
Im Programm wurden auch Präsentationen polnischer Künstler vorgesehen: auf der Avant Art Festival – Bühne werden sich Zamilska – Produzentin und Komponistin des dichten Kampftechno, Plünder/Elektro/Akustische Gruppe 2g und Kirsten mit Post-Rock aus Szczecin – seit Jahren mit Explorationen des Zustandes des feines Gleichgewichts zwischen Dissonanz und Stille beschäftigt, vorstellen. Zudem werden als Fortsetzung der bei vorherigen Festivaleditionen angefangenen Kooperationen polnischer Künstler mit ausländischen Kollegen auf einer Bühne der Gründer und Leader von Małe Instrumenty (Kleine Instrumente), Musikwissenschaftler und Konstrukteur Paweł Romańczuk und der japanische Performer und Autor von Installationen Nao Nishihara, Spezialist für körperliche Aspekte des Schaffens und der Ausführung von Musik in Raum-Klang-Funktion, auftreten.

Theater Butoh und Avant Art Film
Auf der Theaterbühne können wir Künstler des Theaters Butoh im vollen Umfang dessen Diversität erleben: Aya Irizuki und Ken Mai. Bei der fünften Ausgabe von Avant Art Film werden Projekte über japanische Musik gezeigt. Das Phänomen von "Live Houses", Undergroundclubs, wo sich Ideen mit den Prinzipien der Unabhängigkeit kreuzen, schildert der Film von Kevin McGue mit demselben Titel. Die Dokumentimpression von Lewis Rapkin u.d.T. „Live from Tokyo” bringt uns den ausschweifenden Reichtum der Musikwelt der japanischen Metropole näher. Unter den Filmpräsentationen finden sich in diesem Jahr auch der anachronistische „2045: Carnival Folklore” mit Livemusik und ein Dokument über das Leben und Schaffen des japanischen Outsiders Yximalloo und einer Musiklegende (Lo-Fi).

Tickets*:  20/25 oder 25/30 PLN
Musikpass*: 75/95 PLN

Einzelticket: 12 PLN
Filmpass: 20 PLN

*Vorverkaufspreise / am Konzerttag
Verkauf von Tickets und Musikpässen:  www.biletin.pl, www.ticketpro.pl und an Eventorten eine Stunde vor Beginn.
Verkauf von Tickets und Filmpässen: www.kinonh.pl und an Kinokassen von Nowe Horyzonty.
Mehr Informationen auf: www.avantart.pl

 

Galerie

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