Bemerkung melden

Die letzten 7 Tage der Ausstellung Mies van der Rohe Award 2015

Die Ausstellung Mies van der Rohe Award 2015 neigt sich dem Ende zu. In dieser Woche hat man die letzte Chance die Gewinner des wichtigsten europäischen Architekturpreises im Architekturmuseum in  Wrocław kennen zu lernen. Gleichzeitig laden wir zur nächsten Ausstellung „Der Weg zur Modernität Werkbund-Siedlungen 1927-1932“, deren Vernissage am 31. März um 18.00 Uhr stattfindet, ein.

Die Exposition ist eine Ergänzung der im Januar eröffneten Ausstellung Made in Europe, welche die Hauptgewinner des Preises Mies van der Rohe Award von 1988 bis 2013 präsentierte. Der Schwerpunkt des Konzepts ist die Auswahl der wichtigsten Projekte der europäischen Architektur der letzten zwei Jahre. Diese Ausgabe ist speziell, denn auf ihrer „kurzen Liste“ wurden drei in Polen realisierte Projekte ausgezeichnet – der Komplex des neuen Schlesischen Museums in Katowice entworfen von Österreichern aus dem Büro Riegler Riewe Architekten, das Gebäude des Museums der Geschichte der Polnischen Juden POLIN in Warschau nach dem Entwurf des finnischen Architekten Rainer Mahlamäki und die Stettiner Philharmonie, ein Werk des Architektenduetts aus dem Büro Veiga/Barozzi – Alberto Veiga aus Spanien und Fabrizio Barozzi aus Italien, das erste polnische Objekt überhaupt, das mit den Hauptpreis honoriert wurde.  

Polnische Akzente bei der Ausstellung
Das neue Gebäude der Stettiner Philharmonie wurde an der Stelle des ehemaligen, während des II. Weltkriegs infolge Luftangriffe stark zerstörten Konzerthaus errichtet. Die Geschichte dieses Ortes und die Nachbarschaft der kunsthistorisch wertvollen Bebauung wurden im Entwurf des neuen Objekts berücksichtigt. Vertikale Fassadenlinien und der dynamische Dachumriss korrespondieren mit dem anliegenden Gebäude Polizeipräsidiums der Woiwodschaft aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts.  Allein der Baukörper des neuen Konzertsaals, sehr modern und geometrisch, ragt aus der Umgebung deutlich hervor. Die Glasfassade, die vom Innern her angestrahlt wird lässt nach Dämmerung Illuminationen schaffen und bildet tagsüber durch die weiße Farbe einen Kontrast zu anderen Gebäuden. Im Gebäudeinneren dominiert Weiß, mit Ausnahme von zwei Konzertsälen – des schwarzen und des goldenen Hauptsaals, dessen reiche geometrische Ornamentik an die Traditionen der klassischen Konzertsäle anknüpft. 

Das zweite polnische Objekt, das bei der letzten Wettbewerbsausgabe ausgezeichnet wurde und sich auf der „kurzen Liste” fand, ist das Schlesische Museum in Katowice, entworfen von deutschen Architekten, Florian Riegler und Roger Riewe auf dem Gelände der ehemaligen Kohlegrubbe „Warszawa”. In Anlehnung an die Geschichte des Ortes haben die Planer den größten Teil der Museumsfläche unterirdisch vorgesehen. Oberirdisch befinden sich lediglich Kubikkonstruktionen aus Glas, wo Infrastruktur, und Verwaltung untergebracht wurden und von wo auch Tageslicht zu tiefer gelegenen Expositionen gewährleistet wird.

Auch das Projekt des Museums der Geschichte der Polnischen Juden POLIN korrespondiert mit öffentlichem Raum in der Stadt und deren Geschichte. Der Ausgangspunkt für die Erschaffung eines geometrischen, minimalistischen Baukörpers war das Denkmal der Getto-Helden in Warschau, das sich gegenüber dem Haupteingang befindet. Der Eingangsbereich selbst hat die Form des hebräischen Buchstaben  Taw, mit dem die Worte „Kultur” und „Geschichte” beginnen. Die Gebäudefassade ist mit Glaspaneelen ausgekleidet, die mit hebräischen und polnischen, zusammen das Wort POLIN bildenden Buchstaben geschmückt wird. Die Autoren dieses Konzepts sind finnische Architekten aus dem Büro Lahdelma & Mahlamäki. 

Alle bei der letzten Edition des Wettbewerbs ausgezeichneten Projekte wurden in Form von großformatigen Fotos, Skizzen, Zeichnungen und 40 Modellen präsentiert. Darunter befinden sich  zwei Gewinnermodelle – die Stettiner Philharmonie (Hauptpreis) und das Wohnhaus Luz House in Cilleros in Westspanien aus dem Büro ARQUITECTURA-G (Preis für junge Talente), vier für das Finale qualifizierte Gebäude – das Dänisch Meeresmuseum in Helsingor, das Kunstmuseum in Ravensburg, das Studentenzentrum Saw Swee Hock in London, der Weinkeller Antinori in Florenz und zwei polnische Objekte aus der „kurzen Liste“. Die Ausstellung wird durch Filme über die Planungsmaßnahmen und deren Schöpfer ergänzt.

Mehr Informationen über die Ausstellung Mies van der RoheAward  H I E R

WuWa-Wohnsiedlung
Weißenhof, Nový Dům, WuWA, Neubühl, Lainz, Baba – experimentelle Wohnsiedlungen nach der Idee des  Werkbunds, in Europa in den Jahren 1927-1932 erbaut, haben wesentlich zur Entwicklung der Weltarchitektur beigetragen. Es sind lediglich sechs – in Deutschland, Polen, Tschechien, der Schweiz und Österreich – und trotzdem zum Symbol der „architektonisch-städteplanerischen Revolution“ der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geworden. Sie stellen das Weltkulturerbe eines außergewöhnlichen Rangs dar, sind ein Zeugnis für die Verbreitung der modernistischen Architektur und heute wie morgen eine ehrgeizige Herausforderung im Bereich des Denkmalschutzes.

Die im Architekturmuseum von 31. März bis 5. Juni präsentierte Ausstellung Der Weg zur Modernität zeigt zum ersten Mal alle Musterwohnsiedlungen an einem Ort. Sie gehört zu den wichtigsten Ereignissen, die im Rahmen des Architekturprogramms der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016 umgesetzt wurden.

Mehr Informationen über die Ausstellung  Der Weg zur Modernität   H I E R

Galerie

Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik zu vergrößern

Mies van der Rohe Award 2015 Filharmonia Szczecińska - zewnątrz Filharmonia Szczecińska Filharmonia Szczecińska - wnętrze Osiedle WuWa Stuttgart_01 - fragment osiedla Weissenhof, na pierwszym planie samochód marki Mercedes Benz  © Mercedes Benz Classic Archive

Teilen

Zurück zur Aktuelles-Seite
<< Vorherige Nächste >>

Überschrift


Email marketing software powered by FreshMail