Bemerkung melden

"Dr Jekyll and Mrs Hyde" – Glasfestival

Bereits zum fünften Mal treffen sich Künstler und Glaskunstenthusiasten in Wrocław bei dem Europäischen Glasfestival „Play with Glass”. Mit jedem Jahr erfreut sich das Festival größeren Interesses – in Polen wie im Ausland, und wird somit allmählich zum wichtigsten zyklischen, mit Glaskunst verbundenen Event in Europa.

Play With Glass – Europäisches Glasfestival
15.10. – 10.11.2016


Organisatoren, Anita Bialic und Prof. Kazimierz Pawlak laden zur Teilnahme an Festivalevents mit hervorragenden europäischen Künstlern, Vertretern der Kunst von drei Generationen ein.
„Wir wollen auf diese Art und Weise zeigen, welche Möglichkeiten in Erschaffung von Kunstwerken der Werkstoff Glas hat. Gleichzeitig verfolgen wir Änderungen, die bei der Nutzung dieses Materials im Laufe der letzten Dutzend Jahre eintraten” – unterstreicht Kazimierz Pawlak.

Das wichtigste Ereignis des Europäischen Glasfestivals „Play with Glass” ist die Hauptausstellung, jedes Jahr zu einem anderen Thema, nun im Jugendstilsaal am Hauptbahnhof Wrocław Główny, in der städtischen Galerie  in Łódź, im Karkonoskie-Museum in Jelenia Góra und der Kunstgalerie in Legnica zu erleben.

Die diesjährige Hauptausstellung "Dr Jekyll and Mrs Hyde” wird von Ausstellungen in 10 Wrocławer Galerien begleitet, u.a. im Festivaldebüt - der Galerie  Arttrakt, wo Werke des tschechischen Designers, Sebastián Kitzberger, gezeigt werden, der 2015 für den Preis Entdeckung des Jahres Czech Grand Design Awards nominiert wurde, und  von „Where is my Paradise?”, einer individuellen Ausstellung des japanischen Künstlers, wohnhaft in Deutschland, Shige Fujishiro, in der Galerie SiC! BWA Wrocław.

Im Rahmen des Festivals finden auch ein internationales Seminar zum Thema der europäischen Glaskunst und zahlreiche künstlerische Maßnahmen und Bildungsprojekte: Glas im städtischen Raum Wrocławs, Glasvitrine, Glasbus, Offene Tage an der E. Geppert – Kunstakademie am Glaslehrstuhl in Wrocław und in niederschlesischen Glasateliers. An dem diesjährigen Glasfestival, am Glaswochenende 15-16.10. sind alle Galerien, wo Festivalausstellungen präsentiert werden, geöffnet.

Europäisches Glasfestival wird seit 2012 organisiert, jedes Jahr im Oktober, von der Galerie BB und Stiftung Fly with Art, in enger Kooperation mit Gemeinde Wrocław und Eugeniusz Geppert- Kunstakademie in Wrocław sowie dem Verband Polnischer Bildender Künstler – Abteilung Wrocław. Das Festivalprojekt wurde als Teil des Applikationsprogramms der Stadt als Bewerberin um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2016 erstellt.

Die fünfte Ausgabe des Europäischen Glasfestivals wird von der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016 gefördert.

Ausstellungen Im Rahmen von Play With Glass:
Dr Jekyll and Mrs Hyde
17. Oktober – 10. November 2016

Eröffnung: 17. Oktober, 17:00 Uhr
Hauptbahnhof, Jugendstilsaal

Hauptausstellung im Rahmen des Projekts Play with Glass – European Glass Festival.

In der weltweit bekannten Novelle des schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson „Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde”, 1886, verändert sich der anerkannte Londoner Arzt, Dr. Henry Jekyll infolge der Einnahme des eigens erfundenen Elixiers in den grausamen Edward Hyde. Jekyll kann die als Hyde begangenen Taten nicht akzeptieren und sucht den Freitod. Stevensons Novelle, oft als Porträt einer psychopathologischen Doppelpersönlichkeit ausgelegt, ist für den gängigen umgangssprachlichen Spruch „Jekyll und Hyde” als Bezeichnung einer multiplen Identität verantwortlich. Kann die Veränderung von Dr. Jekyll in Frau Hyde den Selbstmord verhindern? Wird sich Frau Hyde, ähnlich wie Herr Hyde als ein Monster erweisen? Oder wird sie vielleicht eine Londoner Emanze, die um Frauenrechte kämpft?Die Geschichte von Dr. Jekyll aktiviert nach wie vor die Vorstellung der Leser von Stevenson in der ganzen Welt. Wird die Novelle auch die Künstler, die zur Teilnahme an der Hauptausstellung der 5. Edition des Europäischen Glasfestivals  „Play with Glass” u.d.T. „Mr Jekyll and Mrs Hyde” eingeladen wurden,  zur Darstellung eigener Ereignisversion provozieren?Zur Vorstellung der Erzählungen über den heutigen Dr. Jekyll mithilfe von Glas, vereinsamt im industriellen und virtuellen Raum des 21. Jhs?

Anita Bialic

Künstler
Kalina Bańka – Polen; Jakub Berdych – Tschechien; ÆsaBjörk – Norwegen; Javier Blanco – Spanien; Jana Hojstričová, Palo Macho – Slowakei; Krista Israel – Holland; Maria Koshenkova – Russland/Dänemark; Magdalena Kucharska – Polen; Sini Majuri – Finnland; Mihály Melcher – Ungarn; John Moran – Belgien; Silvio Vigliaturo – Italien; Janusz Walentynowicz – Dänemark/USA; Krzysztof Wałaszek – Polen; Bernd Weinmayer – Deutschland/Österreich; Dana Zámečníková – Tschechien; Barbara Zworska-Raziuk – Polen
Kuratorin: Anita Bialic


Beginning – Sebastián Kitzberger | Debüt des Festivals
15. – 31. Oktober 2016 Galerie Arttrakt
Eröffnung: 17. Oktober, 20:00 Uhr

Jedes Jahr zeigt der Autor der Ausstellung in der Galerie Arttrakt während des Europäischen Glasfestivals „Play with Glass” einen Studenten/eine Studentin der Kunstakademie – der Fakultät oder Spezialisierung Kunstglas, der/die es seiner Meinung nach verdient, breitem Publikum vorgestellt zu werden.

Sebastian Kitzberger, 1992, Absolvent der Glasoberschule (Středníum ěleckoprůmyslová škola sklářská) in Wałaski Międzyrzecz, Tschechien, 2012. Er ist aktuell Student des Glasateliers von Rony Plesa an der Hochschule der Angewandten Kunst (VŠUP) in Prag, Tschechien. Er war Stipendiat im Atelier Konzept – Objekt – Bedeutung (K.O.V.), von Eva Eisler an der Prager Hochschule der Angewandten Kunst, beteiligte sich an einigen Gruppenausstellungen, darunter: Salone Internazionale del Mobile, Mailand, Italien, 2015; London Design Festival, Großbritannien 2014; Design blok 2014, Prag. Gewinner von Design Talent Card na Design blok 2014 und Nominee zum Preis Entdeckung des Jahres Czech Grand Design Awards, 2015. Kitzberger  arbeitet  mit Großformattechniken, konzentriert sich auf Schnittglas und Beschaffung von verschiedenen Glasfarben, seine Arbeiten sind komisch und präzise ausgeführt. Er arbeitet mit Stepan Smetana, dem Studenten des Prager Architekturateliers an der Hochschule der Angewandten Kunst zusammen – sie haben beide eine Lampenserie u.d.T. “Beginning” (Beginn) entworfen.


Whereis my paradise? – Shige Fujishiro
17. Oktober 2016 – 12. November 2016
Galerie SiC, Platz gen. T. Kościuszki 9/10
Eröffnung: 17. Oktober, 19:00 Uhr

 

Wo ist mein Paradies?
Verführerische Objekte von Shige beziehen sich auf die Symbolik des paradiesischen Gartens. In Anbetracht unserer Verbannung aus dem Paradies, versuchen wir gleichzeitig nach dem Paradiesversprechen in kleinen Freuden der materiellen Welt zu suchen. Obwohl  Shieges Skulpturen die Pflanzenwelt und die Gegenstände des Alltags imitieren, dominiert in ihnen eine unabhängige Materialität. Millionen von Glasperlen, Drähten und Sicherheitsnadeln rufen Bewunderung hervor, zugleich aber auch Unruhe. Die Arbeiten werden von präparierten Tieren begleitet, sind eine Erzählung vom idyllischen Gelobten Land, unserer Vorstellung von Eden und auch vom brutalem Zusammenstoß mit der Wirklichkeit. Reicht das, was uns umgibt, aus? Ist das ein Paradies? „Where is my paradise” stellt diese Fragen auf verschiedenen Ebenen. Um welche Art der Wirklichkeit handelt es sich? Ist das Paradies? Ist das ein Tatort? Museum?, Vielleicht ein Zoo? Shiege flecht Objekte aus glänzenden Glasperlen, die mit die ältesten Schmuckteile und frühhistorische Tauschwaren sind. Tier-, Pflanzenmotive und eine einfache Einkaufstüte, bestehend aus unzähligen glänzenden Glasperlen, eine Verführung durch Kunstfertigkeit und sorgfältige Ausführung. Es ist auch eine mühsame und schwere Arbeit des Künstlers, der eine weitere künstliche Welt in einer ganz erschaffenen Welt kreiert. Er nutzt biblische, mit dem paradiesischen Garten, dem Land der Glückseligkeit, der Suche nach Glück verbundene Motive, baut einen weiteren Mythos auf, fügt weitere Erzählungsschichten hinzu. Was ist ein Paradies im Angesicht individualisierter Welten des postmodernen Menschen. Wer ist Künstler, der neue künstliche Welten und Formen schafft? Auf Japanisch heißt „Paradies“ wortwörtlich „ das höchste Glück“. Es ist die erste Stufe zum „reinen Reich“, in dem die Schleife der Wiedergeburt unterbrochen wird. Dort hätten weder Natürlichkeit, noch Kreationismus eine Bedeutung. Der Ethos des Paradieses ist als Idee schön, aber um dorthin zu gelangen, ist eine Bedingung zu erfüllen. Gemäß dem Zitat von Nina Hagen: „Alle wollen ins Paradies, aber niemand hat Lust auf den Tod”.

SHIGE FUJISHIRO
Absolvent der Abteilung der Schönen Künste und der Kunsttheorie der Universität Hiroschima, Japan, 2002. Doktorstudium an der Abteilung der Schönen Künste und der Kunsttheorie der Universität Hiroschima, 2002–2005. Teilnehmer des Studentenaustausches an der Hochschule in Hannover, Deutschland, 2000–2001. Wohnt und arbeitet in Deutschland, Gewinner einiger Preise, u.a.: Jutta Cuny-Franz Förderpreis, Museum Kunstpalast, Düsseldorf, Deutschland, 2011; Preis der Alexander Tutsek-Stiftung, Coburger Glaspreis 2014, Kunstsammlungen der Veste Coburg, Coburg, Deutschland. Teilnahme an individuellen und Gruppenausstellungen, u.a. im Kunsthaus München, Deutschland, 2011; GLASPLASTIK UND GARTEN, Münster, Deutschland, 2013; Coburger Glaspreis 2014, Kunstsammlungen der Veste Coburg, Coburg, Deutschland.

Seine Arbeiten befinden sich u.a. in der Sammlung der Alexander Tutsek-Stiftung, München, in den Kunstsammlungen der Veste Coburg, im Europäischen Museum für Gegenwartsglas, Rödental, Deutschland und im Museum Kunstpalast Düsseldorf. Shige Fujishiro, japanischer Künstler, der in Deutschland  lebt,  untersucht kulturelle Unterschiede zwischen Ost und West. Sein Lieblingsmaterial sind Murmeln.


Gedächtniskarten – Małgorzata Mitka
15. Oktober – 31. Oktober 2016 Galerie BB, ul. Jatki 3-6
Eröffnung: 18.10.2016, 20.00 Uhr

Ich bin in Laski bei Olkusz geboren. In diesem kleinen Dorf am Wald lernte ich zu laufen, machte Bekanntschaften, spielte auf dem Sportplatz, beendete die Schule, verliebte mich... Seit 5 Jahren wohne ich in Wrocław, kehre aber immer wieder nach Laski zurück. Ich treffe mich mit Familie und Bekannten, spaziere lange mit dem Hund – und merke mir mit Traurigkeit Änderungen, die seit meiner Abreise nach Wrocław passierten. Neue Gebäude anstelle der alten, neue Läden, eine Diskothek, immer weniger Felder und Bauernhöfe. Nur die Kapelle und die Schule stehen nach wie vor , wo sie seit mehreren Dutzend Jahren waren. Es ist ungewiss, wann Laski entstanden ist, laut Dokumente - in der 2. Hälfte des 18. Jhs. ;

Seine Entwicklung verdankt Laski dem Hüttenwesen in Bolesław und Kuźnica Błędowska. Bewohner von Laski beschäftigten sich mit Baumfällen. Die Geschichte des Ortes schrieb jahrelang ein Bewohner, Henryk Czerniak, auf. Er schuf eine einmalige, 4-Band-Chronik mit 535 Originalfotografien. Seine Leidenschaft inspirierte mich zur Verewigung der Geschichte meines Dorfes auf Glastafeln. . Ich habe Fragmente der von Henryk Czerniak kaligraphierten „Laski-Chronik“ ausgenutzt, um meine eigene persönliche „Glaschronik von Laski“ zu kreieren. Ich erzähle die Geschichte eines kleinen Ortes, der für immer mein Zuhause bleibt.
 Małgorzata Mitka

MAŁGORZATA MITKA
Diplom an der Keramik- und Glasfakultät der E. Geppert- Kunstakademie in Wrocław, 2016.

Sie interessierte sich für Glas seit dem Gymnasium, nutzt jede Gelegenheit, um das Wissen über Glastechniken zu erweitern und die Fähigkeiten für die Arbeit mit der Glasmaterie zu vervollkommnen. Sie experimentiert gern und setzt dabei eigens imaginierte Projekte um. Neue Herausforderungen sind ihr lieb, sie ist stur im Streben nach gesetzten Zielen. 
Koordinatorin des Projekts "Glasvitrinen” bei European Glass Festival 2015.


"Flamingos und Inselberge" – Stefan Sadowski
15.–28. Oktober 2016
Kunstgalerie SOCATO, Plac Solny 11
Eröffnung: 18.10.2016, 17.00 Uhr

Glas als Stoff und künstlerisches Material besitzt neben wunderbaren Vorteilen einen Nachteil, ist manchmal zu schön. In seinem inneren Charakter sind ganze Bestände natürlicher Schönheit enthalten und dieser Wert stellt sich irgendwie selbst vor. Das , was als Vorteil dieses Stoffes erscheint, kann für den Designer eine Falle sein, beginnt zu dominieren, schafft eine Art dekorativer, äußerer, nicht immer nützlicher Aura, die die Reinheit  der Finalbotschaft verwischt. Stefan Sadowski gehört zu den wenigen Glaskünstlern, die sich von Dekorativität des edlen Glasmaterials nicht verführen ließen. Unzählige Objekte, die er mit Konsequenz und künstlerischer Sturheit realisiert, setzen sich zu vielschichtigen und unterschiedlichen Themenzyklen zusammen. Entstanden im Laufe der letzten 50 Jahre, besitzen sie alle wechselhafte Stilistik, von minimalistischer, über zerzauste Expressivität oft mit romantisch angehauchter Wirklichkeitsbetrachtung. Sadowski nutzt auch bewusst, mit Gefühl und technisch virtuos, natürliche Attribute des Stoffes verwendend – dessen Ästhetik , Expression, gar Symbolik des Materials und realisiert dabei überzeugend seine verschiedenen Inspirationen, Ideen und künstlerischen Reflexionen.  Stefan Sadowskis Glaskulpturen und Objekte sind keine eleganten, dekorativen, Artistikgadgets, sie erfüllen, wie ein gutes Bild, kluges Buch, Film oder rührendes Musikstück die Rolle des Ideen- oder Gedankenüberbringers.

Andrzej Klimczak-Dobrzaniecki

STEFAN SADOWSKI
Studium an der Fakultät Malerei und Skulptur unter der Leitung von Prof.  Maria und Stanisław Dawski, Studium der Glasentwürfe, Staatliche Hochschule der Bildenden Künste (jetzt E. Geppert- Kunstakademie) in Wrocław, 1963–1969. Seit seinem Absolutorium 1968 Designer an der Glashütte „Sudeten”, ab 1975 Leiter, später Hauptspezialist,  gründet eigenes Glasatelier in Polanica Zdrój im Jahr 1986.

Gewinner vieler Preise, u.a. der Auszeichnung bei der landesweiten Kunstglas- und Gebrauchsglasausstellung, Katowice, 1975 und 1977; Bronzemedaille, Glastriennale in Kłodzko, 1977; gestifteter Preis  bei der landesweiten Kunstglas- und Gebrauchsglasausstellung, Katowice, 1979; „Jahresmuster”, Internationale Posener Messe, 1982; Bronzemedaille, „Artists Confronting the Inconceivable”, American Interfaith Institute, Philadelphia, USA, 1992.

Teilnahme an ca. 20. individuellen Ausstellungen im In- und Ausland, u.a.: Chateau d'Oupeye, Oupeye, Belgena, 1993; Nationalmuseum Wrocław, 2000. Teilnahme an ca. 40 Gruppenausstellungen in Polen und im Ausland, u.a.: Coburger Glaspreis, Kunstsammlungen der Veste Coburg, Deutschland, 1977, 1985; Internationale Glasausstellung Kanazawa, Kanazawa, Japan, 1990, 1992; „Neues Polnisches Glas”, Finnisches Glasmuseum Riihimäki, Finnland, 1996, „Polnische Keramik und Glas des 20. Jhs.”, Nationalmuseum Wrocław, 2004. Er zeigte seine Kunst mehrmals bei der Internationalen Posener Messe und der Internationalen Messe in Frankfurt/Main, Deutschland.

Arbeiten in Museums- und Privatsammlungen in Polen und im Ausland, u.a.: Nationalmuseum Warschau, Nationalmuseum Wrocław; Nationalmuseum – Museum der Angewandten Kunst Poznań, Karkonoskie-Museum in Jelenia Góra; Kunstzentrum in Sosnowiec – Sielecki-Burg, Museum der Kłodzko-Region in Kłodzko; Schlossmuseum Książ; Glasmuseum Ebeltoft (Glasmuseet Ebeltoft), Dänemark; Europäisches Museum für Modernes Glas, Rödental, Deutschland; Glasmalerei Peters Studios, Paderborn, Deutschland.


Travellers - Marta Gibiete
15. Oktober –10. November 2016

Galerie KAPRYSY
Eröffnung: 15. Oktober 2016, 17:00 Uhr

Wanderer
Aus der Kindheit erinnere ich mich an das Glücksgefühl, das mich begleitete, wenn ich im heißen Sommer auf einer Blumenwiese lag und weißen Wolken zuguckte, die am blauen Himmel wandernd an Fischflossen erinnerten . Woher kamen sie, wie sind sie hergekommen? Ich stellte mir vor, die lustige Wolke, die gerade über mit flog, erscheint in ein paar Stunden über der Stadt meiner Freundin. Vielleicht erzählt sie ihr, wie schön es ist, auf einer Wiese mit Blumen zu schlafen?
Viele Jahre später sagte eine andere Freundin, aus Finnland, vor der Rückkehr nach Hause zu mir: "Jedes mal, wenn ich dem Vollmond zugucken werde, kriegst du von mir Grüße". Am Anfang bekam ich von ihr oft Grüße, jetzt passiert das immer seltener.

Mit Wolken, dem Licht und Sternen können wir um die Welt herum hin und her reisen, unendlich oft. Ich bin an vielen Orten unterwegs, nah und fern von zu Hause, bin mit meinen Gedanken, Träumen und Werken. Alle meinen Glasobjekte nehmen von unterwegs meine Grüße an dich mit.

Gestalt, Farbe und Struktur sind Materialeigenschaften, die mich zum Schaffen inspirieren.  Glas ist ein ganz besonders ungewöhnliches Material, es ist sehr kreativ und ich lerne jeden Tag seine Gesichter kennen, viele, verschiedene und so schöne. Ich träume gern über Raumreisende. Ich beobachte gerne Wolken am Himmel. Ich sammle gerne Pilze im Wald und höre Vögeln zu... Alle meine Träume, Gedanken und Ideen sind in meinen Glasobjekten  - meinen Wandereren wiederzufinden.

Marta Gibiete

MARTA GIBIETE
Diplom in Kunstglas an der Fakultät visueller Künste (3D) der Lettischen Kunstakademie in Riga, 2005. 2002–2016 viele Stipendien und Grants für Kunstprojekte, Preis des Glasmuseums in Ebeltoft, Glasmuseet Ebeltoft, Dänemark,  beim Internationalen Wettbewerb Young Glass '97; der Jutta Cuny-Franz- Stiftung, des Glasmuseums Hentrich, des Kunstpalasts in Düsseldorf, Deutschland, 1999. Nominierung zum Preis der Lettischen Kunstakademie, 2011.

Teilnahme an 8 individuellen und über 100 internationalen Ausstellungen, u.a. Young Glass '97, Glasmuseum in Ebeltoft; Women Glass Artists Today, Kunstpalst in Düsseldorf, 2000; Coburger Glaspreis, Coburg, Deutschland, 2006, 2014; Internationale Glasausstellung in Kanazawa, Japan, 2007; European Glass Context, Bornholm, Dänemark, 2008, 2016; "UFO Unikat-Form-Objekt", Europäisches Glasfestival "Play with Glass" in Wrocław, Polen, 2013; Lux Aeterna, Internationale Glasbiennale in Straßburg, Frankreich, 2015.

Ihre Arbeiten befinden sich in Sammlungen von u.a.: Glasmuseum in Ebeltoft, Dänemark; Kunstpalast in Düsseldorf; Glasmuseum  der Stiftung Ernsting, Coesfeld, Deutschland; Lettische Botschaft Berlin, Deutschland, Museum für Dekorative Kunst und Design, Riga, Lettland.

Die Künstlerin fährt gerne Rad und sammelt gerne Pilze.


Stillleben – Anna Gałuszka
15. Oktober – 10. November 2016

Galerie Tętno
Eröffnung: 18. Oktober 2016, 20:00 Uhr

Der Begriff Stillleben, stil-leven, bedeutet stilles, lebloses Leben. In meinem Projekt knüpfe ich sowohl an stilles Leben, mit dem ich jeden Tag zu tun habe – tote Tiere auf Straßen, Symbole der Bestimmtheit des Todes, als auch an Stillleben als ästhetische Komposition an. In den ausgestellten Objekten, widersprüchlichen, lustigen, manchmal infantilen, kitschigen versuche ich, den Moment aufzuhalten, auf die Schönheit der Welt hinzuweisen, auch über deren Zerbrechlichkeit,  die schmerzhafte Wahrheit zu sagen, mich über deren Verderbtheit, die unaufhaltsame Vergänglichkeit unseres Lebens und den das Leben beendenden Tod zu äußern. Glas ist nur eins der Materialien, die ich ausnutze. Meine Arbeiten bestehen zudem aus Ton, Textil, Blech und Pelz. In meinen Kompositionen finden sich Trockenobst, Federn, Fell.
Anna Gałuszka

ANNA GAŁUSZKA
Diplom an der Keramik- und Glasfakultät der Kunstakademie in Wrocław (jetzt E. Geppert- Kunstakademie), 1999.

Teilnahme an 2 individuellen und ca. 20 Gruppenausstellungen in Polen und Dänemark. Seit 2012 aktive Teilnahme an der Arbeit der Stiftung Fly with Art im Rahmen des Europäischen Glasfestivals "Play with Glass", u.a. organisierte sie und führte Workshops in der Verbesserungsanstalt des Justizministers in Sadowice,  ist aktiv in der Stiftung Chancenrettung – SOS in Wrocław, in Wohnsiedlungs- und Dorfzentren in Niederschlesien. Sie koordinierte das Projekt „Glasbus“ für behinderte Kinder und Senioren, seit 2015 führt sie zusammen mit Monika Muszyńska und Martyna Zaradkiewicz die  Galerie Tętno in Wrocław.


HOT DOG – Stanisław Jan Borowski
15. – 31. Oktober 2016
Galerie Versus
Eröffnung: 18. Oktober 2016, 20:00 Uhr

Stanisław Jan Borowski ist ein Groß A- Künstler, unstrittiger Meister der Glasbearbeitung und Bildhauer. Seine Skulpturen befinden sich in Kunstkollektionen in der ganzen Welt. Glas ist seine Leidenschaft, die Liebe zu diesem Stoff ist in seinen Genen verankert! Ich kenne Stani seit über zehn Jahren und oft konnte ich mit ihm Zeit im Studio Borowski verbringen, wo seine Objekte entstehen. Beinahe im gleichen Alter und beide Künstler haben wir viele Gemeinsamkeiten. Hinter uns tausende Konversationsstunden, gemeinsame Zeit in der Werkstatt, Freude, Frustration, Müdigkeit und Euphorie....das alles ermutigte mich, um Stani und seine Kunst zur Kammergalerie Versus einzuladen.Die bei der Ausstellung  „HOT DOG” gezeigten Werk lassen sich nicht einfach als Glasskulpturen klassifizieren. Perfekt gestaltetes Glas ist häufig mit Holz, Metall, Keramik verbunden, starke, entschiedene Farben wiedergeben schöpferische Vitalität und unbändige Vorstellungskraft des Künstlers. Zusätzlich eine Prise guter Laune, ein „Augenzwinkern“ und nicht selbstverständliche Anlehnungen an die uns umgebende Welt zeigen das, was ich bei Stani am meisten schätze, seine Sensibilität und einmalige Penetranz in der Beobachtung dessen, was um uns herum geschieht.  
Pati Dubiel

STANISŁAW JAN BOROWSKI
Geboren in Polen 1981; 1983 Auswanderung mit Eltern nach Rheinbach in Deutschland. Seine erste Glaserfahrung hatte er bereits als Kind, im deutschen Atelier seines Vaters Stanisław Borowski – eines bekannten Glaskünstlers. Absolvent der Design-Oberschule in Köln, Deutschland, 2002, des  Bildungsprogramms an Kurek Studio, Bad Godesberg, Deutschland, 2002. Absolvent der Hochschule Koblenz, Institut für Künstlerische Keramik und Glas, Höhr-Grenzhausen, Deutschland, 2007.

Teilnahme an einigen Ausstellungen in Deutschland , USA, Holland, u.a.: "Stani – Glass Tales" – individuelle Ausstellung, Habatat Galleries, Royal Oak, Michigan, USA, 2009; "Borowski Family", Rosenthal Gallery, Hamburg, Deutschland, 2008. Jährliche Teilnahme an der Ausstellung der  Habatat Galleries, USA – Annual International Glass Invitational Award Exhibition, Teilnahme an einigen bekannten internationalen Kunstmessen, u.a.: Art Cologne – Internationale Kunstmesse in Köln; LINEART, Gent, Belgien; PAN Amsterdam – Kunst- und Design-Messe, Holland; SOFA, Chicago; Art Palm Beach, West Palm Beach, Florida, USA. Arbeitet mit der Galerie Continuum Gallery, Königswinter, Deutschland zusammen.

Die Wirkung seiner Objekte hängt sehr stark vom Licht ab. 'Stani' arbeitet in fast allen Kalt- und Heißtechniken, u.a. pâte de vere, Gießen, Heißglasblasen. Oft verbindet er Glas mit Holz. Oft verbindet er Glas mit Stahl, Bronze und Holz. Seine Arbeiten inspiriert die Natur in unterschiedlicher Bedeutung des Wortes.


Inside – Magdalena Tyc-Witwicka
15. Oktober – 10. November 2016
Galerie TYC ART
Eröffnung: 18. Oktober 2016, 19.00 Uhr

Im Innern findet sich das, was am interessantesten ist. Im Innern wartet das, was am interessantesten ist. Glas besitzt im Gegensatz zu vielen anderen Materialien ein Inneres – manchmal wichtiger und frappierender als die Oberfläche. Die Wahrnehmung dessen Diversität erfordert Aufmerksamkeit, Konzentration.....

Lass uns ins Innere des Glases hineinschauen, seine Farben, Schatten, Spiegelbilder, die unter der Oberfläche versteckt sind, entdecken. Lass uns in der Vorstellung durch endlose Glasräume wandern. Lass uns wie in die Ozeantiefen ins Glas eintauchen.

Magdalena Tyc-Witwicka

MAGDALENA TYC- WITWICKA
Absolventin des Stanisław Kopystyński- Kunstlyzeums in Wrocław in Spezialisierung: Gebrauchsformen (Juvelierkunst),1993. Diplom an der Keramik- und Glasfakultät der Kunstakademie in Wrocław (jetzt E. Geppert- Kunstakademie), 1999, Atelier von Prof. J. Chodurski, 1999.

Sie führt seit 1996 ihr eigenes Glasatelier, in dem sie Unikate entwirft und umsetzt: Glasbilder und –Skulpturen, Nutzglasobjekte, Verglasungen und Dekorelemente für Innenräume und Kommerzflächen. Seit 2014 führt sie zusammen mit der Schwester Małgorzata Tyc-Klekot, das Atelier/Galerie TYC ART.

Teilnahme an 10 Gruppenausstellungen in Polen, u.a.: „Glas”, Nationalmuseum in Poznań, 1999; „Design der Jungen 2000”, Institut für Industriedesign, Warschau, 2000; „Unikate. Polnisches Glas des 20. Jhs.”, Karkonoskie-Museum in Jelenia Góra, 2009. Ihre Arbeiten befinden sich in privaten Sammlungen in Polen und im Ausland.


Transfer – Antonina Joszczuk
17.–31. Oktober 2016

Zentrum der Gebrauchskünste. Innovationszentrum - Kunstakademie
Eröffnung am 18. Oktober 2016, 12:00 Uhr

Ausstellung im Rahmen des Projekts Play with Glass – European Glass Festival.

Im Traum entdecken wir unseres neues Antlitz. Bei der Projektion des Unterbewusstseins deformieren sich oft und degenerieren die von uns wahrgenommenen Normen und Grundsätze. Tagsüber unterdrückte Emotionen explodieren doppelt stark. Aus ehrlichen, scheuen und sanften Menschen werden wir zu Mördern, Dieben und Exhibitionisten. Wir können die Nachttransmissionen und den Datentransfer nicht unterbrechen: wir sind gezwungen, uns an ihnen zu beteiligen. ....Ich visualisiere in der Glasmaterie die Doppelsinnigkeit der menschlichen Natur, die unter der attraktiven Hülle der Rationalität schwer akzeptierbare Informationen und Bilder versteckt.  

Antonina Joszczuk

ANTONINA JOSZCZUK
Diplom an der Keramik- und Glasfakultät der E. Geppert – Kunstakademie in Wrocław, 2006. Seit 2009 an dieser Hochschule im Atelier der Kunstglasgrundlagen tätig. Seit 2016 im Besitz des Doktortitels.

Finalistin von 4th International Triennial of Silicate Arts, Kultur- und Konferenzzentrum in Kecskemét (Kecskeméti Kulturálisés Konferencia Központ), Ungarn, 2014, und des Wettbewerbs International Glass Prize, Glasmuseum Glazen Huis, Lommel, Belgien, 2015.

Teilnahme an 2 individuellen Ausstellungen im Land: ”Besetzt – Tośka”, Galerie SiC!, BWA Wrocław, 2008; ”Aber Biber machen seit Langem bessere Schalen als Sie“, Galerie Zamostek, Städtische Bibliothek, Opole, 2014. Teilnahme an 39 Gruppenausstellungen in Polen, Belgien, Tschechien, Dänemark, Deutschland und Slowakei, u.a.: ”Space Between Us”, Kunsthaus, Wiesbaden, Deutschland, 2012; ”Drei Dimensionen”, Zentrum der Polnischen Skulptur, Orońsko, 2013; ”Poland – Glass made in Wroclaw”, Glasmuseum Alter Hof Herding, Coesfeld, Deutschland, 2014; ”Process”, Glazen Huis, Lommel, 2015.

Ihre Arbeiten befinden sich in der Kollektion des Kultur-Konferenzzentrums in Kecskemét und in privaten Sammlungen in Polen, Deutschland, USA.

Die Künstlerin macht Glasobjekte und –Installationen. Sie verbindet Glas mit anderen Materialien: Kunststoff, Polyurethanschaum, Silikon.
http://www.europeanglassfestival.com/

Galerie

Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik zu vergrößern

bernd-weinmayer-joker transfer where-is-my-paradise-1469689876 Beginning flamingi i inselbergi hot-dog-1474291252 Inside martwa-natura-anna-galuszka-1468340557 Karty Pamie╠Ęci nimbus_marta-gibiete_-fotomarta-1468244101

Teilen

Zurück zur Aktuelles-Seite
<< Vorherige Nächste >>

Überschrift


Email marketing software powered by FreshMail