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EIN BESSERER MORGEN FÜR JEDEN / Jakobs Leiter

Sieht die Welt anders aus, wenn man sie aus der 5m-Höhe betrachtet? Bald werden sich davon Bewohner der Hinterhöfe des Wrocławer „Bermuda Dreiecks” überzeugen können, wo am 10. September 2016 das Projekt von Jakub Szczęsny, „Jakobs Leiter” beginnt. Es laden Visuelle Künste der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016 ein.

Die meisten Hinterhöfe im Wrocławer Przedmieście Oławskie, dem s.g. „Bermuda Dreieck” haben sich seit ihrer Entstehung am Übergang des 19. und 20. Jhs. nicht verändert. Mehrstockwerksmietshäuser wurden zusätzlich während des Hochwassers 1997 sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Viele erlitten unwiderrufliche Zerstörungen, andere, die nicht im Revitalisierungsprogramm enthalten waren, werden immer mehr heruntergekommen und verwandeln sich in Ruinen. Dieser Prozess ist vor allem im Hinterhofsbereich, in gemeinschaftlichen Orten, die zu allen Bewohnern gehören, besonders gut sichtbar. 

JAKOBS LEITER – 5 METER NÄHER AM HIMMEL
Zu diesem gemeinsamen und folglich zu niemand gehörenden Raum wurde im Rahmen des Projekts Wrocław – Eintritt vom Hinterhof, der Warschauer Architekt Jakub Szczęsny eingeladen. Nach Studienbesuchen und Gesprächen mit den Einwohnern beschloss er Letztere zur Teilnahme an einem untypischen Experiment aufzumuntern:

- In der sich im Laufe der letzten Jahre dynamisch verändernden polnischen Gesellschaft verändern sich am wenigsten die Lebensbedingungen der Personen mit dem niedrigsten Einkommen. Trotz Änderungen in der Gesellschaftsordnung, bleiben die Qualität der Wohninfrastruktur und der Zugang zu sozialen Leistungen auf sehr unvorteilhaftem Niveau. „Jakobs Leiter” ist eine Form der Dienstleistung für die Bewohner mehrerer Kommunalhäuser im Wrocławer "Bermuda Dreieck". Hier handelt es sich nicht um Installation des Kabelfernsehens, Messerschleifen oder Schädlingsbekämpfung, sondern um Änderung des Standpunktes gegenüber dem Alltag und der unfröhlichen Wirklichkeit der Mietshäuserhinterhöfe,  erklärt Jakub Szczęsny.

Die Dienstleitung wird vom Architekten beim Durchfahren der Wohnsiedlung Przedmieście Oławskie mit einer Leiter, die im Innern der Höfe ausgeklappt werden sollte, geboten. Mit einem Fernglas ausgestattet werden die Bewohner der umliegenden Häuser über 5 Meter hoch klettern können, um aus dieser Höhe die Umgebung zu beobachten. 

- Ich hoffe, dass mein Projekt nicht nur die Beobachtungen von Nachbarinnen in flagranti, sondern vor allem Reflexionen über die Perspektiven eines besseren Morgens, die vom Hofboden nicht erkennbar sind, initiieren wird, fügt Szczęsny hinzu. Aus demselben Grund möchte er diese Leistung auch anderen Wroclawern und sich selbst zur Verfügung stellen. Wer träumt denn nicht vom besserer Zukunft?

Die Aktivität findet am 10. und 11. September 2016 (Samstag und Sonntag) um 10:00 - 14:00 Uhr statt. Die Aktion beginnt im Hof an der Straße Miernicza. Sucht nach uns in Przedmieście Oławskie. Weitere Termine der Aktion: 17. und 18. September (Samstag, Sonntag) um dieselbe Zeit.

Eintritt frei.

WROCŁAW – EINGANG VOM HINTERHOF
„Jakobs Leiter” ist ein Teil des Projekts Wrocław – Eingang vom Hinterhof,
des größten seiner Art Experiments mit einigen Dutzend künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum Wrocławs, insbesondere in Hinterhöfen. All diese Aktivitäten haben 2015 begonnen und werden bis Ende 2016 dauern. Die Künstler verfahren im bestimmten Gebiet so, dass sie mit den Einheimischen finale Lösungen in gemeinsamer Arbeit aushandeln. Das Ziel des Projekts ist das Verantwortungsbewusstsein für den so nahen Raum und doch scheinbar zu niemandem gehörenden, gar verlassenen und heruntergekommenen, zu wecken. In diesem Jahr fokussieren sich die Maßnahmen auf die Wohnsiedlungen: Przedmieście Oławskie, Ołbin, Huby, Kleczków, Kozanów und Brochów. Das Projekt findet im Rahmen der Visuellen Künste der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016 statt.

Mehr Informationen:
Jakub
 Szczęsny – der erste polnische Architekt, dessen Projekt, Kerets Haus, der Kollektion des Museums der Modernen Kunst in New York beigefügt wurde. Er konzentriert  sich auf Handlungen am Rande der Architektur, des Designs und der Kunst. Sein Fokus ist Bildung von Wohnmilieu fern der alltäglichen Bürgercodes und hygienistischer Standarisierung des Modernismus. Seine Aktivitäten betrachtet er als eine Art Dienst, der oft den Auftragsgegenstand kritisiert, unabhängig davon, welche Mittel zur Auftragserfüllung verwendet werden und wer der Auftraggeber ist. Der Künstler sucht nach relevanten Motiven in der Vergangenheit der Orte, an denen er arbeitet, um diese weiterzunutzen, um künftige Drehbücher vorzuschlagen. Er arbeitet mit Institutionen  (Saint Louis Science Center, Residency Unlimited, CCA, Polin u.a.), NGOs (Bęc Zmiana, Fundacja Polskiej Sztuki Nowoczesnej, IASKA, Ideas Louisville, Casa do Povo usw.) und privaten Subjekten (General Electric, Aura, BMW Polska usw.), vor allem in Europa, den USA, Brasilien zusammen. Seit 2001 gestaltet er die Planungsgruppe Centrala mit, seit 2016 das eigene Atelier SZCZ in Warschau. 

Wrocław – Eingang vom Hinterhof: WWW / FB / INSTAGRAM    

 

Für alle Ereignisse im Rahmen des Projekts Wrocław – Eingang vom Hinterhof ist der Eintritt frei.  

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