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Europa Cantans: 51. Ausgabe des Festivals Wratislavia Cantans

„Europa Cantans” – das ist der Titel des Festivals in dem Jahr, in dem Wrocław die Europäische Kulturhauptstadt ist. Die 51. Ausgabe von Wratislavia Cantans veranschaulicht den gesamten Reichtum und die Unterschiedlichkeit der europäischen Musik. Es werden u.a. solche Meisterwerke, wie: beide Passionen von Bach, Mozarts „Krönungsmesse“ , Symphonien von Beethoven und Schostakowitsch erklingen. Auch große Musikberühmtheiten werden auftreten, u.a. Sir  John Eliot Gardiner, Jordi Savall, Andrey Boreyko, Philippe Jaroussky.

Der Vorverkauf von Tickets für die Konzerte der 51. Ausgabe des Festivals ist bereits im Gange. Die Eintrittskarten können an Kassen des Nationalen Musikforums (plac Wolności 1) und 
ONLINE erworben werden. Der Vorverkauf dauert einschließlich bis zum 31. Mai oder bis zum vollen Ausverkauf. Das Ticketquantum ist beschränkt und umfasst nur ausgewählte Ereignisse.

Die 51. Ausgabe des Internationalen Andrzej Markowski - Festivals Wratislavia Cantans
Zu Beginn von Wratislavia wird die ergreifende XIII. Symphonie „Babi Jar” von Dmitri Schostakowitsch ertönen, die von schwierigen europäischen Geschehnissen, die nicht vergessen werden dürfen, erzählen wird. Wir werden auch ein Werk des gegenwärtigen polnischen Komponisten, Mikołaj Górecki (Mikolaj Gorecki) hören. Das Konzert wird vom sensationellen Andrey Boreyko dirigiert. Einen Tag später wird die IX. Symphonie von Ludvig van Beethoven präsentiert, musikalisch genial und gleichzeitig der Ausdruck von Werten der Brüderlichkeit und Freude, die dem Musiker am Herzen lagen. Verschiedene Auslegungen der Einheitsidee bezeichneten die Geschichte Europas innerhalb von beinahe zwei Jahrhunderten, die seit der Entstehung der Komposition verlaufen sind.

Im Programm dieser Festivalausgabe finden sich beide Passionen von Bach, wobei die Johannespassion in einer Bühnenausführung zu sehen sein wird. Dieses Werk enthält einen enorme dramatische Ladung und war bereits an verschiedenen Orten aufgeführt, jedoch noch nie in Wrocław. Die Matthäuspassion in der Meisterdarbietung des Monteverdi Choir und English Baroque Soloists unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner wird ein hervorragendes Festivalfinale bilden.

Neben populären Werken der europäischen Musik schlagen wir auch Programme mit mehr Eigencharakter vor, wie z. B. das Konzert der mittelalterlichen Musik von Antonio Zacara da Teramo in der Ausführung von La Fonte Musica – einer ungemein interessanten Gruppe sehr junger Musiker.  Wir setzen die Tradition der Vorstellung von Schätzen der Universitätsbibliothek fort – in diesem Jahr liegt der Focus auf instrumentalen Werken der italienischen Musikwelt, die sich bis heute ausschließlich als Breslauer Exemplare erhalten haben. Hervorragende tschechische Gruppen unter der Leitung von Václav Luks kehren zum Festival mit der polychoralen Missa Salisburgensis von Heinrich Ignaz Franz von Biber und mit Selva musica e spirituale Claudio Monteverdis zurück, so zu sagen als Hinweis auf den sakralen Aspekt des europäischen Schaffens.  Das Konzert von Philippe Jaroussky passt zum Trend der immer häufigeren Anwesenheit von Kontratenören auf Weltbühnen. Das gegenwärtige Phänomen resultiert aus der ehemaligen Tradition des Interesses an quasi mit Frauenstimmen singenden Männern. Am Beispiel des Konzerts Tafelmusik von Georg Philipp Telemann möchte ich erinnern, dass Musik nicht nur ein geistiger, aber auch ein sinnlicher Genuss ist, ähnlich wie Essen, und im Laufe der Jahrhunderte viele schöne Musikwerke als Begleitung von Malzeiten komponiert wurden. Das Publikum wird Spezialitäten der italienischen, französischen, deutschen und polnischen Küche verkosten können, denn Telemann vereinte in seinen Kompositionen die Musiktraditionen dieser Länder.

Mit großer Neugier warte ich auf zwei Konzerte im Geiste eines musischen Abenteuers, bei dem ehemalige Werke mit den zeitgenössischen zusammen gestellt werden. Das ausgezeichnete Huelgas Ensemble präsentiert Fragmente einer Totenmesse – es werden die Renaissancemusik des Flamen, Jacobus de Kerle und gegenwärtiges Pendant des Deutschen, Wolfgang Rihm ertönen. Das Ensemble NFM Leopoldinum mit Beteiligung der Mitglieder von Il Giardino Armonico wird Werke von  György Ligeti (in diesem Jahr feiern wir seinen zehnten Todestag) und barocken Komponisten-Experimentatoren (Dario Castello, Michelangelo Rossi), sowie das Meisterwerk von Claudio Monteverdi, Il combattimento di Tancredi e Clorinda vorführen. Die Musikformen des frühen Barock bildeten eine Inspiration für Ligeti. Beide vorgenannte Komponisten interessierten sich für die Theatralität der Musik und gehörten zur Avantgarde ihrer Zeiten.

Als Konzerte-Entdeckungen sind die Auftritte der Gruppen von Jordi Savall und Giovani Sollima sowie Le Mystère des Voix Bulgares zu betrachten. Beide Künstler sind an der Verschmelzung und Verwandtschaft unterschiedlicher Musiktraditionen fasziniert. Savall zeigt Zusammenhänge zwischen der spätmittelalterlichen wie der Renaissancemusik Europas und dem arabischen Schaffen, hebt gemeinsame Wurzeln beider Traditionen hervor. Sollima, leidenschaftlich an jeder Musikart interessiert, wird zusammen mit dem bulgarischen Chor, der auf eine nur für ihn typische Art singt, improvisieren und auch, mit Hinblick auf den unvergleichbaren Klang des Chors, für diesen neue Werke komponieren.

Das Programm von Wratislavia Cantans ist: H I E R zu finden.

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NFM

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