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Joseph Pearce besuchen Breslau

Das Zentrum der Niederländischen Kultur der Universität Wrocław, Stanisław Rybarczyk, Jerzy Kichler, Janusz Witt und Andrzej Michaluk laden zum Folgesalon des Viertels der Gegenseitigen Achtung , der am kommenden Dienstag (24. Mai) um 18.00 in der Synagoga pod Białym Bocianem (Synagoge zum Weißen Storch) stattfinden wird. Gast des Salons wird der flämische Schriftsteller Joseph Pearce sein.

Einer seiner Romane u.d.T. Land van belofte ist vor ca. einem Monat in der Übersetzung ins Polnische als Pożegnanie z Breslau (Abschied von Breslau) erschienen. Wrocław spielte eine große Rolle im Leben des Schriftstellers und wird somit ein Leitfaden des Gesprächs, das von Dr. habil. Barbara Kalla vom Lehrstuhl der Niederländischen Philologie geführt wird.

 

Pożegnanie z Breslau, erschienen im Akademischen Verlag Dialog, ist eine rührende Geschichte über in der Welt verstreute Mitglieder einer unbekannten Familie. Der Autor – und zugleich Erzähler -  war bis zu seinem 14. Lebensjahr überzeugt, dass er Sohn eines britischen Soldaten ist, der 1948 eine junge Flämin geheiratet hatte. Das war keine komplette Lüge, aber auch keine Wahrheit. 1938 emigrierte der Vater des Jungen, damals 15, von Deutschland nach England. Einige Mitglieder seiner Familie fanden sich dann in Palestina, China, Bolivien und Australien wieder, anderen gelang es nicht rechtzeitig Deutschland zu verlassen.  Werner Peritz änderte seinen Namen in Pearce, nahm die britische Staatsbürgerschaft an und begann ein neues Leben. 25 Jahre nach der unerwarteten Bekenntnis des Vaters beschloss Joseph Pearce nach seinen Wurzeln und Nachkommen der jüdischen Ahnen zu suchen. Pożegnanie z Breslau ist eine Aufzeichnung seiner Reise – der geographischen und der in die Vergangenheit.

 

Aus Buchkritiken:

Die Fähigkeit des Autors, die erlebten Erfahrungen in deren richtigem moralischem Ausmaß zu lokalisieren bewirkt, dass man den Eindruck gewinnt, man habe mit einem Schüler von W.G. Sebald oder, wegen der ungewöhnlichen Sensibilität für Geheimnisse der menschlichen Seele, mit einem neuen Sándor Márai zu tun. Jedes Mal verblüfft uns des Autors Gefühl für Details, seine Empathie für seine Helden und sein Stil – nüchtern und sehr kraftvoll, der ihn zu einem der Bedeutendsten macht. (...) Nur ein Wort drängt sich auf die Lippen, um diese ganze Schönheit zu beschreiben – ein Meisterwerk. 

Jacques De Decker, „Le Soir”

 

Das Buch beeindruckt uns sehr nicht nur wegen der wissenschaftlichen Vorzüge, sondern der literarischen Eigenschaften – es ist eine Topographie, ein Gebet, beinahe ein Roman.

Nils C. Ahl, „Le Monde”

 

Auf der Wanderung durch die Zeit und Kontinente, beim Besuch der Gräber erschafft Joseph Pearce für seine Nächsten auf den Seiten seines Buchs ein Zuhause im Gelobten Land.

Erwin Mortier, „De Morgen”

 

Joseph Pearce zeigte ein ungewöhnliches Talent beim Schreiben dieses wichtigen Buches voller ins Gedächtnis fallender Szenen und Anekdoten, die es verdienen, das Familienarchiv zu verlassen.

MarkSchaevers, „De Standaard der Letteren”

 

 

Joseph Pearce – flämischer Schriftsteller, Autor von 9 Romanen, darunter einer Familienchronik über eine jüdischen Familie väterlicherseits Pożegnanie z Breslau (Abschied von Breslau). Der  Roman wurde ins Französische, Russische, und in diesem Jahr auch ins Polnische übersetzt.

Er ist 1951 in Vilvoorde, nicht weit von Brüssel geboren, lebt aber seit 1974 in Antwerpen. Er studierte deutsche Philologie an der katholischen Universität in Louvain und arbeitete dann als Lehrer für die niederländische und englische Sprachen an dem Mutter Gottes- Jesuitenkolleg in Antwerpen. 1999 debütierte er mit dem Buch Land van Belofte (Abschied von Breslau) – einer Familienchronik über eine jüdische Familie väterlicherseits. Seitdem hat Joseph Pearce acht Romane veröffentlicht: Koloniale waren (2001), Maanzaad (2002; später ins Französische übersetzt), Met gebalde vuisten (2004), Het belang van Edward Lindeman (2006), Vaderland (2008; auch ins Armenische übersetzt), Schoolslag (2011), Suikertantes (2012) und Voet bij stuk (2015). Das Buch Pożegnanie z Breslau (Abschied von Breslau) wurde ins Französische, Russische und Polnische übersetzt. 2008 gehörte es zu den Büchern, die sich im Finale des Jean Monnet – Wettbewerbs, - Prix Jean Monnet de littérature européenne fanden. Andere Texte des Autors wurden ins Tschechische, Ungarische, Englische und Spanische übersetzt. 12 Jahre lang führte Joseph Pearce die Sportkolonne in der flämischsprachigen Zeitung  “De Standaard”. Seit 2000 ist er auch Literaturkritiker bei der Buchbeilage “De Morgen” – einer anderen flämischsprachigen Zeitschrift.

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Pożegnanie z Breslau

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