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KIDS MACHEN FILM! – MAGISCHE WELT DES HINTERHOFKINOS

Ewa Błaszak und Zuzanna Wollny in Przedmieście Oławskie in Wrocław

Im Wrocławer Przedmieście Oławskie, an der Stelle des ehemaligen legendären Kinos Tęcza (Regenbogen) haben die jüngsten und ältesten Bewohner des Hinterhofes an der Straße Kościuszki 177 die Arbeiten an einem weiteren Projekt im Rahmen von Wrocław – Eintritt vom Hinterhof begonnen. Die Künstlerinnen Ewa Błaszak und Zuzanna Wollny helfen eine Volllänge-Filmproduktion über die Fabelwelt des Regenbogens zu erstellen. Die Premiere des Films u.d.T. „Tęcza” (Regenbogen) findet am 4. September um 18.00 Uhr statt. Es laden die Visuellen Künste der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016 ein.

Kurz nach dem Krieg wurden in beinahe jedem Ort in Polen Kinos eröffnet. Meistens waren das kleine Säle in hinteren Gebäudeteilen, in Höfen, an Stellen, die oft erst nach den Kriegszerstörungen wieder aufgebaut wurden. Ein solches Kammerkino ist auch in Wrocław im Hof an der Straße ul. Kościuszki 177 entstanden. „Tęcza” wurde am 14. August 1946 eröffnet und Anfang der 90er Jahre, vermutlich aufgrund des Risikos einer Baukatastrophe, geschlossen.  Bis heute erinnern sich ältere Bewohner des Stadtteils Przedmieście Oławskie an diesen Ort und erzählen über Aufführungen von Kultfilmen, das Einschleichen in den Kinosaal ohne Eintrittskarte bzw. die ersten Rande-Vous im Publikumssaal. Für viele war „Tęcza” etwas Vergleichbares wie „Cinema Paradiso” aus dem Film von Giuseppe Tornatore. Wahre Kinomagie im Minimaßstab.

 

Die Künstlerinnen Ewa Błaszak und Zuzanna Wollny möchten an die außergewöhnliche Atmosphäre des Hinterhofkinos erinnern. Deswegen haben sie die jüngsten und die ältesten Bewohner der Hinterhöfe an den Straßen Kościuszki und Brzeska zum Mitproduzieren eines Films eingeladen: – Wir möchten einen professionellen Film produzieren, bei dem als Hauptdarsteller Kinder vom Hinterhof und ältere Bewohner auftreten werden. Während gemeinsamer Workshops werden wir ein Drehbuch schreiben, eine Storyboard erarbeiten, eine Szenographie aufbauen und Musik erstellen. Gleichzeitig zählen wir auf Interviews mit erwachsenen Bewohnern. Wir möchten erfahren, wie das Leben im berühmten „Trójkąt Bermudzki” (Bermuda-Dreieck) im Auge eines Erwachsenen aussieht und auch in gewöhnlichen Gesprächen den Ort und dessen Bewohner aus einer anderen Perspektive kennen lernen – betonen die Künstlerinnen.

 

Zusätzlich soll das Projekt das Wort „Regenbogen” entzaubern: - Ursprünglich ein Symbol der Versöhnung und der Freude hat es diese Bedeutung mittlerweile verloren und wurde zum Gegenstand des dauerhaften Streites. Mit unserem Projekt wollen wir zur magischen Dimension des Wortes zurückkehren und den Hinterhof von einer ganz anderen Seite zeigen fügen sie hinzu.

 

Als Workshopführer wurden Spezialisten eingeladen, die ihr Wissen und Erfahrung mit den Teilnehmern teilen und bei der Erstellung des professionellen Filmbildes helfen werden. Als Ergebnis wird ein Film (bzw. Filme), der (die) dann aufgeführt wird (werden), und eine Workshopdokumentation entstehen, begleitet von einem kleinen kulinarischen Fest im Rahmen des Hinterhofkinos, zu dem alle Bewohner eingeladen werden.

 

WROCŁAW – EINTRITT VOM HINTERHOF

 

„Kino Tęcza” ist ein Teil des Projekts Wrocław – Eintritt vom Hinterhof, der größten Maßnahme dieser Art in Polen – eines Experiments mit mehreren Dutzend künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum in Wrocław, insbesondere in Hinterhöfen. Diese Aktivitäten begannen im Jahr 2015 und werden bis zum Ende 2016 dauern. Künstler wirken im bestimmten Raum, zusammen mit Bewohnern und auf eine Art und Weise, dass das Ergebnis eine gemeinsam verhandelte Arbeit ist. Das Ziel des Projekts ist, das Bewusstsein für den Raum, der den Menschen so nah ist und doch „niemand zu gehören“ scheint, daher vergessen und heruntergekommen ist, zu wecken. In diesem Jahr finden die Aktivitäten in den Wohnsiedlungen Przedmieście Oławskie, Ołbin, Huby, Kleczków, Kozanów und Brochów statt. Das Projekt gehört zum Programm der Visuellen Künste der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016.

 

 

Mehr Informationen:

 

Ewa Błaszak - geboren 1990 in Legnica. Nach Abschluss der Kulturwissenschaften und Graphik an PWSZ in Głogów hat sie ihr Magisterdiplom an der Kunstakademie in Wrocław (Spezialisierung Kunstmediation) im Atelier der Aktivitäten im öffentlichen Raum bekommen. Sie konzentriert sich auf Herausforderungen und Probleme, die mit der Abwesenheit der Kunst im schweren - desakralisierten Raum verbunden sind und ist an der Umsetzung von “Non-sens”, einem Zyklus von Installationen im öffentlichen Raum in Wrocław im s.g. Bermuda-Dreieck beteiligt.

 

Zuzanna Wollny – geboren 1989 in Krakau. Abgeschlossenes Kunstgymnasium, danach Bachelorstudium an der Kunstakademie in Wrocław (Medienkunst) und ausgezeichnetes Magisterdiplom an der Fakultät Kunstmediation. Sie interessiert sich hauptsächlich für Räume, die Mediationen dienen (oder nicht), nicht nur im Rahmen der Kunst, sondern auch der Bildung, Planung und Gestaltung von lokalen Gemeinschaften. Sie setzt Bildungs- und soziale Projekte um (Geheimnisjäger, Küche, Gemeinsamer Raum).

 

Wrocław – Eintritt vom Hinterhof:

 

www.wroclaw2016.pl/podworze /; www.facebook.com/wejscieodpodworza /

www.instagram.com/wroclaw_wejscie_od_podworza    

              

Für alle Ereignisse im Rahmen des Programms „Wrocław – Eintritt vom Hinterhof” ist der Eintritt frei.

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Film i Wejście od podwórza

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