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Labyrinth: ein buntes Zeitvehikel

Der südliche Teil von Wrocław wurde auf schmerzhafte Weise durch den II. Weltkrieg in die Mitleidenschaft gezogen. Nicht mal eine Spur ist von den repräsentativen Vorkriegsbürgerhäusern und –Höfen geblieben. Die Warschauer Künstler, Justyna Wencel und Marcin Chomicki, haben beschlossen diesem Areal etwas Farbe zu verleihen und dort etwas herzurichten, dass den Ort aufs Neue entdecken lässt. Visuelle Künste der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016 laden zum „Labyrinth”, einer bunten Erinnerung an Hinterhöfe der nicht mehr bestehenden Vorkriegsbürgerhäuser ein.

Projekteröffnung: 24. August 2016 um 19:00 Uhr zwischen den Straßen Powstańców Śląskich, Gwiaździsta und Szczęśliwa.

Die leere Stelle im Süden Wrocławs, gelegen zwischen den Straßen Powstańców Śląskich, Gwiaździsta und Szczęśliwa, wird gegenwärtig umgewandelt und ist zugleich ein Fragment der Stadt mit einer faszinierenden Geschichte und großem Potential.  Vor dem Krieg gehörte dieses Viertel mit seiner Achse, der heutigen Straße Powstańców Śląskich, zu den reichsten in der Stadt. Bis heute sind von den schönen, dreistöckigen Bürgerhäusern, Residenzen und Höfen nicht mal Reste geblieben. 1945 verlief hier die Frontlinie, hier fanden mit die schwersten Kämpfe zwischen den die Festung Wrocław verteidigenden Deutschen und den anrückenden russischen Truppen statt. Jahrelang blieb dieses Gebiet leer bis allmählich die ersten Plattenbauten erschienen.

– Wir wurden sofort aufmerksam auf den auffallenden Riss im Stadtgewebe, umso mehr, da wir bei unseren Aktivitäten im öffentlichen Raum an Orten mit bestimmter Identität Interesse haben. Durch künstlerische Interventionen streben wir danach, solche Orte in der Stadt zum Vorschein zu bringen, deren Energie zu aktivieren und eine erneute Beziehung zu den Empfängern herzustellen, erklären  Justyna Wencel und Marcin Chomicki, Autoren der „Labyrinth”-Idee.

Labyrinth

Bezug nehmend auf einen konkreten Abschnitt der südlichen Bebauung haben die Künstler beschlossen, dessen Geschichte durch die Wiederherstellung des architektonischen Umrisses in der Landschaft hervorzuheben. Die verschwundenen Bürgerhäuser und deren Höfe bekommen so ein neues Leben und werden in Form von Absperrungen zum bunten Labyrinth. Die farbige, sich je nach Wetter und Tageszeit ändernde Malerinstallation kann zum Raum für Interaktionen mit den Passanten werden, die, aus ihrem Alltagstrott herausgerissen,  ins Nachbild der ehemaligen Geschichte Wrocławs eintauchen können. – Wir hoffen, dass das Labyrinth verschiedene Funktionen erfüllen wird - als Markenzeichen im leeren Raum, ein zeitweiliger magischer Hof für Kinder, ein Treffpunkt und Spazierareal, fügen die Künstler hinzu

Das den Künstlern zur Verfügung gestellte Grundstück, auf dem das „Labyrinth” entstehen soll, gehört zur Firma Skanska Property Poland: Skanska engagiert sich für lokale Initiativen, die eine Ergänzung von Bürogebäuden sind und welche die Einwohner aktivieren. Im Bereich des Hofes an der Wrocławer Straße Ks. Piotra Skargi arbeiten wir an der Herrichtung einer Erholungsstätte mit Straßenarchitektur und Open-Air-Fitnesszentrum für die Bewohner. In unseren Gebäuden setzen wir auf die Kunst, indem wir in gemeinschaftlichen Teilen auch Bilder und Skulpturen mitintegrieren. Wir hatten das Vergnügen, die Mosaiken von Prof. Hałas an der Straße Podwale instand zu setzen, in dessen Folge eine Skulptur des Professors im Patio des Gebäudes Green Tower entstanden ist. Deswegen freuen wir uns auch bei solch einem interessanten Projekt, wie „Labyrinth” im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt 2016 mitzumachen  – sagt Anna Życińska-Wójcik, Senior Project Manager von Skanska Property Poland.

Die große Eröffnung des Labyrinths findet am 24. August 2016 um 19:00 Uhr zwischen den Straßen Powstańców Śląskich, Gwiaździsta und Szczęśliwa statt. Im Programm sind u.a. ein Konzert von Vratch und ein Picknick vorgesehen. Eintritt frei.

WROCŁAW – EINGANG VOM HINTERHOF
„Labyrinth” ist ein Teil des Projekts Wrocław – Eingang vom Hinterhof
, des in Polen größten seiner Art Experiments mit einigen Dutzend künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum Wrocławs, insbesondere in Hinterhöfen. All diese Aktivitäten haben 2015 begonnen und werden bis Ende 2016 dauern. Die Künstler verfahren im bestimmten Gebiet so, dass sie mit den Einheimischen finale Lösungen in gemeinsamer Arbeit aushandeln. Das Ziel des Projekts ist das Verantwortungsbewusstsein für den so nahen Raum und doch scheinbar zu niemandem gehörenden, gar verlassenen und heruntergekommenen, zu wecken. In diesem Jahr fokussieren sich die Maßnahmen auf die Wohnsiedlungen: Przedmieście Oławskie, Ołbin, Huby, Kleczków, Kozanów und Brochów. Das Projekt findet im Rahmen der Visuellen Künste der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016 statt.

Mehr Informationen:
Justyna Wencel
 – visuelle Künstlerin (1977), Absolventin der Malereifakultät der Kunstakademie in Warschau, der Englischen Philologie an der Warschauer Universität und des Pädagogischen Studiums. Doktorin der bildenden Künste. Ihr Tätigkeitsfelder sind: Videofilm, Installationen, Objekte und Kunst im öffentlichen Raum. Sie arbeitet mit den Erinnerungen, der Identität und Familienarchiven. Zahlreiche Teilnahmen an individuellen und Sammelausstellungen im In- und Ausland und Festivals der Videofilme.  Dreifache Stipendiatin des Ministeriums für Kultur und Nationalerbe. Mit Marcin Chomicki  arbeitet sie im künstlerischen Duo Zmiennicy zusammen, das im öffentlichen Raum auftrittt und neue künstlerische Denkmalformen schafft. Autorin und Mitautorin vieler künstlerischer und sozialer Projekte im städtischen Raum. In den Jahren 2012-2013 Kuratorin der Galerie 2.0 an der Kunstakademie in Warschau. Gründerin des Ateliers kreativer Ausdrucksweise Wilder Apfelbaum. Autorin schöpferischer Entwicklungsworkshops für Kinder und Erwachsene. Wohnt und arbeitet in Warschau.

www.wencel.art.pl

Marcin Chomicki – visueller Künstler (1976). Absolvent der Malereifakultät der Kunstakademie in Warschau und der orientalischen Studien an der Warschauer Universität. Seit 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Malereifakultät der Mutteruniversität. Seit 2011 Doktor der Schönen Künste an der Kunstuniversität in Posen. Sein Arbeitsfeld: Kunst im öffentlichen Raum, Malerei, Fotographie,  3D-Animation. Teilnahme an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland. Vierfacher Stipendiat des Ministeriums für Kultur und Nationalerbe und des Programms Junges Polen. Autor von Projekten für den öffentlichen Raum. In den Jahren  2009-2013 Mitgründer und zweiter Leiter der Galerie 2.0 an der Kunstakademie in Warschau. Wohnt und arbeitet in Warschau.

www.chomicki.art.pl

Wrocław – Eingang vom Hinterhof:
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Für alle Ereignisse im Rahmen des Projekts Wrocław – Eingang vom Hinterhof  ist der Eintritt frei.

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Labirynt

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