Bemerkung melden

„URBANISTISCHE MUTATIONEN“ VON KAMILA SZCZĘSNA

Kleczków ist eine der Wrocławer Siedlungen zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Der Ort ist etwas von der Kultur vergessen, besitzt aber enormes soziales Potenzial. Hier wuchs die Künstlerin Kamila Szczęsna auf und hier realisiert sie ihr Projekt „Urbanistische Mutationen“. Im dessen Rahmen hat sie Lampen aus transparenten Harz geschaffen, die in Häuserhöfen installiert werden. Sie sind durch die bildenden Künste der europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016 eingeladen.

Aus der Beobachtungen der jetzt in den Vereinigten Staaten lebenden Künstlerin stellt sich fest, dass Kleczków zum Ort wurde, wo die Bewohner ihr Gefühl von Zugehörigkeit und Verantwortung für den öffentlichen Raum verlieren. Verfallene Gebäude, Löcher in Gehwegen und vergessen Spielplätze haben bewirkt, dass die Siedlung ihre Attraktivität in den Augen der dort lebenden Menschen verloren hat. - Ich glaube, dass man die Situation ändern kann. Kleczków ist eine Siedlung mit unterschätztem Potenzial. Weil sie sich durch eine Selbstgenügsamkeit kennzeichnet, werden es Beziehungen auf der Grundlage von lokalen Dienstleistungen und Handel angeknüpft, die in einem begrenzten Raum wirken. Als Ergebnis, viele Bewohner kennen sich und oft seit Generationen befreundet sind, betont Kamila Szczęsna.

Nach Angaben der Künstlerin kann diese spezifische Situation einen großen Einfluss auf den Reintegrationsprozess und die Wiederherstellung vom Gefühl der Einzigartigkeit sowie die Verantwortung für den gemeinsamen Raum haben. Daher hat nun Kamila Szczęsna in dieser Nachbarschaft beschlossen, ihr Projekt zu entwickeln. In den Vorräumen und Gängen der Häuser werden Lampen aus transparentem Harz installiert, die den Raum erleuchten und das Bedrohungsgefühl beseitigen. Stilistisch werden sie zu den Zierlampen anstoßen, die die Innenräume in den Jahren der Glanz damals schmückten; sie werden diese nicht passende, hässliche und meist gebrochene Beleuchtung ersetzen.

Das Ziel der Künstlerin ist in erster Linie, neben dem Raum zu verschönern, die Beziehungen zwischen den Bewohnern zu stärken und ein Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit wieder aufzubauen. Im Rahmen der Projektaktivitäten wurden Workshops für die Bewohner durchgeführt, die nicht nur eine Gelegenheit zu spontanen Hoftreffen waren, sondern auch den Herstellungsprozess von Lampen kennenzulernen ermöglichten.

ERÖFFNUNG DES PROJEKTS
Das eröffnende Spaziergang „Urbanistische Mutationen“ findet am 1. Oktober um 19:00 Uhr an der ul. Kraszewskiego 26 statt.  Die Teilnehmer wird eine leuchtende Überraschung erwarten! Der Eintritt ist frei.

 

Kurzer Bericht aus der Herstellung der Lampen: [L I N K]

WROCŁAW –EINGANG VOM HINTERHOF
„Urbanistische Mutationen“ ist ein Teil des Projekts Wroclaw –Eingang vom Hinterhof,
das größte derartige Aktivität-Experiment in Polen – Dutzende von künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum des Wroclaws, vor allem in den Hinterhöfen. Die Aktivitäten begannen im Jahr 2015 und werden bis Ende 2016 fortsetzen. Die Künstler arbeiten im gegebenen Raum mit den Bewohnern zusammen, so dass die endgültigen Lösungen eine gemeinsame ausgehandelte Arbeit bilden. Das Ziel des Projektes ist es ein Versuch, das Gefühl der Verantwortung für den Raum bei den Menschen zu wecken, der so nah ist, aber zu niemandem gehörend – verlassen, nicht gepflegt. Dieses Jahr findet die Arbeit in Przedmieście Oławskie, Ołbin, Huby, Kleczków, Kozanów und Brochów statt. Das Projekt wird im Rahmen der bildenden Künste der europäischen Kulturhauptstadt Europa Wrocław 2016 durchgeführt.

Weitere Informationen:
Kamila Szczęsna
– geb. 1974 in Wrocław. In den Jahren 1994 – 1999 studierte sie an der Fakultät für Keramik und Glas an der Akademie der Schönen Künste n. Eugeniusz Geppert in Wrocław. Im Jahr 1999 erhielt sie ihr Diplom unter Frau Prof. Krystyna Cybińska. Sie schafft Skulpturen, Installationen und Zeichnungen des menschlichen Körpers und Geistes. Sie hat viele Preise und Auszeichnungen gewonnen, darunter den ersten Preis bei Contemporary Ceramics CERCO-09 in Spanien und die Bronze beim Keramik-Wettbewerb in Tajimi City in Japan. Die Werke von Szczęsna wurden auf mehr als 80 kollektiven und individuellen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert. Das Kunstschaffen von Szczęsna ist in den Sammlungen der Museen in Polen, Spanien, Deutschland, Japan, Korea und Taiwan vertreten. Sie lebt und arbeitet derzeit in Galveston in den Vereinigten Staaten.

Wrocław –Eingang vom Hinterhof: FB / INSTAGRAM 

Galerie

Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik zu vergrößern

Miejskie Mutacje

Teilen

Zurück zur Aktuelles-Seite
<< Vorherige Nächste >>

Überschrift


Email marketing software powered by FreshMail